








Von Matthias Meier Handball. – Sie wurden Meister, ohne dass sie davon wussten. Die Spieler der U 19-Elite-Mannschaft der GAN Foxes nahmen das Spiel am Samstag gegen Stans/ Kriens in der Annahme in Angriff, dass ein Punktgewinn zum Titel reichen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte St. Otmar den ersten Verfolger der Zürcher, Wacker Thun/ TV Steffisburg, allerdings bereits mit 33:29 bezwungen und die GAN Foxes so zum Meister gekürt. Die Nachricht aus der Ostschweiz traf kurz vor dem Anpfiff in der Saalsporthalle ein. Das Trainerduo der Foxes, Marcel Keller und Stefan Laszlo, war darüber im Bild. «Wir haben der Mannschaft aber nichts mitgeteilt», sagt Keller spitzbübisch.
Die Foxes bewiesen dann auch, dass sie ohne die Schützenhilfe zurechtgekommen wären. Der Knackpunkt der Partie war die Phase kurz nach der Pause, als sich der Leader wegen drei kleiner Strafen in kurzer Abfolge zu dritt wehren musste. Die Innerschweizer verpassten es indes, aus dieser Situation Profit zu schlagen. «Ein normaler Match hätte da kippen können», sagt Keller. Die Stanser hätten aber zu wenig an ihre Chance geglaubt. Das, obwohl die letzten beiden Aufeinandertreffen mit den Foxes jeweils nur mit zwei Toren Differenz verloren hatten. Das Keller/ Laszlo-Team überstand diese heiklen Mi nuten und war danach nicht mehr zu halten. 41:26 gewannen die Zürcher – nur ein mal, beim 47:30 gegen Fortitudo Gossau im November, haben sie in dieser Saison mehr Tore erzielt.
Ein Team wie eine Familie
Beim Schlusspfiff liessen die Foxes ihrer Freude freien Lauf. Die Festivitäten dauerten bis weit in den Abend hinein. Doch einer konnte nicht daran teilnehmen: Captain Felix Wolfensberger. Nach seiner Schulteroperation am Freitag lag er noch im Spital und erfuhr im Krankenbett vom Triumph «seiner» Mannschaft. «Sicher bin ich stolz, Captain dieser Mannschaft zu sein», sagt der 18-Jährige. Er betont den starken Zusammenhalt zwischen den Spielern: «Wir sind wie eine Familie.» Topscorer Filip Maros, am Samstag mit zehn Toren bester Werfer der Foxes, pflichtet bei: «Der Teamgeist war immer da, auch wenn jemand einmal schlecht gespielt hat. Eigentlich das, was sich ein Trainer wünscht.» Die Trainingslager in Deutschland im Sommer und in Ungarn im Herbst haben die Mannschaft zusammengeschweisst. «Da sind wir klar einen Schritt weitergekommen», bilanziert Keller.
Nach der Qualifikation belegten die Zürcher den zweiten Platz. Da die ersten sechs Teams den Sprung in die Finalrunde schaffen, bestand für die Foxes lange kein direkter Erfolgsdruck. Das Trainergespann war in der komfortablen Lage, seine Jungs nicht bis aufs Letzte pushen zu müssen. So konnte man in aller Ruhe an der Feinabstimmung feilen und räumte den Akteuren gleichmässige Einsatzzeiten ein. Ein paar Niederlagen nahm man dabei in Kauf.
Auf die Finalrunde hin haben sich die Foxes nochmals gesteigert. «Wir sind als Team gewachsen, entwickelten ein blindes Verständnis für die Pässe», sagt Wolfensberger. Oder wie es Marcel Keller aus drückt: «Die Truppe wurde zu einem Team.» Die Finalrunden-Bilanz – zwei Spielrunden vor Schluss – spricht für sich. Acht Spiele, ebenso viele Siege und ein hervorragendes Torverhältnis dazu. Durchschnittlich trafen die Zürcher knapp 32-mal ins Schwarze, nur 22-mal musste das standfeste Torhüterduo Flavio Graf/ Philipp Leibundgut hinter sich greifen. Die Defensive gilt allgemein als Schlüssel zum Erfolg. «Angreifen kann jeder, verteidigen ist schwieriger», sagt Wolfensberger.
Die aggressive 3-2-1-Deckung der Foxes funktionierte, die Gegner fanden in der Zürcher Mauer keine Lücke. Und so lief der Meister etliche schnelle Konter. Maros richtet den Dank an die Trainer. «Wir haben im physischen Bereich gut gearbeitet », sagt der 16-jährige kroatisch-schweizerische Doppelbürger. «Oft hiess es: Die Bälle könnt ihr in der Tasche lassen.» In der nächsten Saison spielt das Gros der Mannschaft eine Stufe höher, beim U 21-Elite-Team der GAN Foxes. Einige Spieler bleiben, andere kommen wie schon diese Saison bei beiden Teams zum Einsatz. Ob die «Meister-Zusammensetzung» in zwei Jahren auf der höchsten Junioren Stufe erneut für Furore sorgen wird, ist offen. Vielleicht ist dann der eine oder andere bereits in der Nationalliga B oder der Swiss Handball League engagiert.
Die nahe Zukunft bringt der U-19-Elite des GC-Amicitia-Nachwuchses noch zwei weitere Meisterschaftsspiele, gegen Pfadi Winterthur und St. Otmar St. Gallen. «Wir wollen im Rhythmus bleiben», sagt Keller. Immerhin wissen die Spieler dann jeweils schon vor dem Anpfiff der Spiele, dass sie Schweizer Meister sind.
